Warum wir das machen

Melanie

Meine Kindheit habe ich mit Kanufahrten auf schmalen, von Schwarzerlen und Bruchweiden bestandenen Bächen in der Fränkischen Schweiz verbracht; mit Wanderungen auf stillen Waldwegen und über karge Hochebenen der Rhön und in den Gärten meiner Großeltern. Mein Garten-Opa, mein Wald-Opa, meine Wander-Oma und mein Wildnis-Vater haben mich auf ihre jeweils eigene Weise mit der Natur vertraut gemacht. Am meisten aber hat mich meine Bäume umarmende, Geschichten erzählende, Schneckenhäuser und Steine sammelnde, Hollermus kochende, warmherzige Mutter mit allem Lebendigen da draußen vereint. Ein Schatz, für den ich unendlich dankbar bin, von dem ich bis heute zehre und den ich teilen wollte, nicht nur mit meinen eigenen drei Kindern.
Auf einigen Umwegen, wie einem Biologiestudium, einer Journalistenausbildung und einer Tätigkeit als Redakteurin bei einer Naturzeitschrift für Kinder, bin ich wieder bei meinen Wurzeln angelangt, habe mich erst bei einer Naturerlebnis-, dann bei einer Kräuter- und schließlich bei einer
Wildnispädagogikausbildung immer tiefer mit der Natur verbunden und gelernt, wie man auch andere gut auf diesem Weg begleiten kann. Das mache ich seit nunmehr fast 20 Jahren. Dabei durfte ich viele berührende und bezaubernde Momente erleben, vielen wunderbaren Menschen begegnen, mit vielen tollen Kollegen/innen zusammen arbeiten. Ich habe so viel Unterstützung und Wertschätzung auf meinem Wildwärts-Weg erfahren, habe so viel Begeisterung, Staunen und Freude geteilt, dass ich mir manchmal die Augen reibe und mich frage, ob ich das alles nur träume. Warum ich das mache? Aus Dankbarkeit und, weil es mich und andere mit Glück erfüllt!

Maya

Ich spüre Verbundenheit und Lebendigkeit, wenn ich draußen in der Natur bin. Dieses Gefühl möchte ich gerne mit anderen Menschen teilen, ob Groß oder Klein. Ich liebe es, durch die Wiesen und Wälder zu streifen, den Vögeln zu lauschen, Pflanzen und Tiere zu beobachten. Am liebsten gehe ich mit Kindern auf solche Abenteuerreisen und entdecke die vielen kleinen Wunder und Rätsel der Natur mit ihnen. Dadurch gewinne ich oftmals noch einmal einen ganz anderen Blick auf alles. Ich lasse mich von der kindlichen Neugier und dem kindlichen Forscherdrang anstecken. Was ist mir nicht alles dadurch erst aufgefallen und bewusst geworden, dass Kinder mich darauf aufmerksam gemacht, mich danach gefragt haben. Gemeinsam diesen Rätseln nachzugehen, zu beobachten, Vermutungen anzustellen und gemeinsam zu staunen, ist sehr beglückend für mich.

Florian

„Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohl überlegt leben, es nur mit den wesentlichen Tatsachen des Daseins zu tun haben. Ich wollte sehen, ob ich nicht lernen könnte, was es zu lernen gibt.“ Dieser Ausspruch stammt von dem amerikanischen Naturphilosophen und Schriftsteller H. D. Thoreau und begleitet mich seit vielen Jahren. Tatsächlich war es genau dieser Wunsch, es mit den wesentlichen Tatsachen des Daseins zu tun haben zu wollen, der mich dazu gebracht hat, Forstwissenschaften und Waldökologie zu studieren. Der Wald und alle anderen Naturräume – seien es nun die Berge, Seen, die Meere, ein kleiner Garten oder der Stadtpark nebenan – sind für mich Orte der Freiheit. Nirgendwo spürt man das Leben wahrhaftiger und intensiver als in der Natur. Zudem habe ich gemerkt, dass hier Lern- und Denkprozesse viel leichter ablaufen als in geschlossenen Räumen. Dass dies nicht nur bei mir so ist, sondern auch bei anderen Menschen funktioniert, habe ich bei vielen Walderlebnisführungen im Nationalpark Harz und später als Kanuguide in Mecklenburg-Vorpommern erlebt. Einerseits finde ich es erschreckend, wie wenig viele Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene von der Natur verstehen, auf der anderen Seite bin ich aber auch jedes Mal total begeistert, welch wunderbare Wirkung selbst ein kurzer Aufenthalt in der Natur auf die meisten Menschen ausübt. Wenn ich mit Gruppen in den Wald gehe, möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, der fortschreitenden Naturentfremdung entgegenzuwirken und den Leuten zu zeigen, dass es neben Computer, Mobiltelefon, Fernsehen, Alltagsstress und Einkaufszentren auch noch andere wesentliche Dinge im Leben gibt.

Ada

Für mich ist die Natur ein Ort des „Glücks“ und des „Entdeckens“. Ich freue mich immer wieder, mit Kindern und Jugendlichen die Natur zu erkunden und zu genießen. Ich hoffe, dass ich den Kindern bei meinen Seminaren und Projekten etwas mitgeben kann. Es wäre schön, wenn sie dadurch die Natur mit anderen Augen sehen, ihre Umwelt wertschätzen und die kleinen Wunder entdecken.

Andreas

Die Natur ist meine Inspiration und meine Quelle. Sie gibt mir Kraft und erdet mich. Das Klopfen eines Spechtes oder das Rascheln der Blätterkrone einer großen Buche im Wind begeistern mich jedes Mal aufs Neue. Egal, ob es die halbstarke Spatzenbande bei der Suche nach Leckereien am
Bahnsteig ist oder die zarte Wegwarte am Straßenrand, die früh morgens ihre Blüte der Sonne entgegenstreckt und sie noch vor dem Mittag schon wieder schließt. Stadtnatur oder Wald, Garten oder Wildnis, Natur ist überall und es ist mir ein großes Vergnügen gemeinsam mit anderen draußen zu sein, Natur dabei mit allen Sinnen zu erfahren und die Begeisterung für den Zauber und die Geheimnisse der Tier- und Pflanzenwelt zu teilen.

Sigune

Ich wuchs auf dem Lande auf, hinterm Haus Wiesen, Wald, Felder und der Bach. Hier habe ich für Mutti Blumen gepflückt, sie sagte mir, wie sie heißen und welche man essen kann und wenn ja wieviel. Am Bach haben wir Kinder alles Mögliche gespielt. Wir waren glücklich und frei. Dieses Gefühl weiterzugeben bereitet mir große Freude. Die Begeisterung mit der die Natur von Kindern entdeckt wird spiegelt sich in den glücklichen Augen wider und das ist stets der beste Lohn! Die Natur spricht alle Sinne an. Gerade unsere Stadtkinder sollten die Natur kennenlernen – sie ist ein unermesslich großer und unendlich vielfältiger Schatz!

Suse

„Können Mistkäfer fliegen?“ 

Nicht immer weiß ich eine Antwort, aber genau da fängt das Forschen und Erleben an. Wie unglaublich viel Kraft so ein Käfer hat, kann man nicht beschreiben, man muss es erleben und spüren, wenn man ihn auf seiner Hand krabbeln lässt und vorsichtig den Finger auf seinen Rücken legt. Die Natur ist die beste Erfinderin und Gestalterin, für mich eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Zusammen mit Kindern auf Entdeckungstour zu gehen, Farben, Formen, Gerüche und Geräusche zu sammeln. Das macht mir Spaß. Ich bin Kommunikationsdesignerin und Naturpädagogin und stelle immer wieder fest, wie viele Überschneidungen die beiden Berufe doch haben. Kommunikationsdesign bedeutet: kommunizieren mit allen Sinnen – als Naturpädagogin lade ich andere Menschen dazu ein, die Schönheit der Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Besonders bei Stadtkindern eine nachhaltige Beziehung zu ihrer unmittelbaren Umgebung zu fördern, sehe ich als wichtige Aufgabe und Herausforderung. 

…und ja, sie können fliegen, vielleicht etwas schwerfällig.

Stefanie

Ich bin eine Stadtpflanze. Ursprünglich komme ich aus der grünen Lunge Deutschlands (Thüringen, Erfurt) und habe bereits selbst als Kind sehr viel Zeit in der Natur verbringen dürfen. Seit 2014 in der Großstadt angekommen, ziehe ich meine Energie noch immer aus der Natur. Einfach das Gesicht in die Sonne halten, über die Farben des Herbstwaldes staunen, über Stock und Stein springen, aktiv sein, unter einem Baum sitzen, einen wunderschönen Stein finden, kreativ sein, frische Luft atmen, die Natur genießen und glücklich sein. Als Kunstlehrerin an einer integrierten Sekundarschule in Berlin bediene ich mich so oft es geht an Waldgeschenken, sammle begeistert knöcherne und holzige Dinge und versuche auch die Kunst in unseren Schulgarten einziehen zu lassen. Um noch mehr Kinder – auch außerhalb des Schulalltags – mit meiner Freude für das Erleben, Lernen und Entdecken in der Natur anstecken zu können, habe ich 2018 noch eine Weiterbildung in der Naturpädagogik gemacht. Jetzt freue ich mich, all die Spiele und das Neuerlernte mit Euch zu teilen.

Bernadette

Unser Körper ist unser Zuhause und die Natur unser natürlicher Lebensraum. Natur und Körper sind Räume, in denen wir unsere Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment richten und im Nichtstun verweilen können. Wir kommen in Kontakt mit dem Unbewussten, setzen Energie frei und aktivieren unsere kreative Schöpferkraft. Wenn wir in die Natur und in uns selbst eintauchen, erleben wir uns wieder als ganzheitliche und verbundene Wesen.

Katharina

Die Natur ist etwas Wunderbares, sie hat und kann so viel. Ich hatte das Glück, als Kind naturnah aufzuwachsen und bin mir heute ihrer Bedeutung bewusst. Ihrer Bedeutung für mich persönlich aber auch ihrer Bedeutung als Erfahrungsraum. Vielen Kindern bleibt diese Möglichkeit der Naturerfahrung heutzutage untersagt. Wenn ich mit Kindern in die Natur gehe, möchte ich ihnen zeigen, dass es Spaß machen kann: sich von ihr beeindrucken zu lassen, sie zu entdecken und den eigenen Geist zu animieren oder zur Ruhe zu kommen. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, den Kindern die Gelegenheit und den Raum zu geben, um ihre eigenen Erfahrungen zu machen und ihr eigenes Bewusstsein zu entwickeln. Denn „Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muss sie allein machen.“ (Kurt Tucholsky)

Wiebke

Seit 20 Jahren arbeite ich aus Überzeugung pädagogisch am liebsten nur noch in der Natur, für mich der beste Lernort für einfach Alle(s). Hier vermittle ich neben Naturkenntnissen, Landart und Wildnis(er)leben auch ökologisches Bewusstsein für eine immer wichtigere nachhaltigere Lebensweise. Und das kann und soll in meinen Angeboten für Wildwärts allen miteinander richtig viel Spaß machen! Denn mit tollen Erinnerungen an Naturerlebnisse verankert sich in unserem persönlichen Reifungsprozess eine große Liebe zur Natur:

„Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,//  ich nahm es so im Wandern mit,// auf daß es einst mir möge sagen,// wie laut die Nachtigall geschlagen,// wie grün der Wald, den ich durchschritt.“  Theodor Storm