Pflanzenpädagogik

Grünkraft macht stark

Pflanzen sind nicht nur in materieller, sondern auch in psychischer Hinsicht lebenswichtig. Das wusste schon Hildegard von Bingen, die mit Grünkraft u.a. auch die heilende Kraft meinte, die den Menschen in seine Balance führt. Besonders bedeutsam ist das für Kinder und Jugendliche. Studien belegen, dass das Fehlen von Bäumen und Büschen, Stauden und Kräutern in der kindlichen Entwicklung zu psychischen Störungen führt, ihr Vorhandensein hingegen das aktive, schöpferische Spielverhalten von Kindern steigert. Pädagogisch betrachtet eröffnet die heimische Flora eine ungeheure Fülle an Möglichkeiten. Kinder können dort toben und klettern, sich verstecken und entspannen. Mit Blättern, Blüten, Samen und Früchten kann man Kunstwerke bauen, sich schmücken und verkleiden, kochen, Medizin und Kosmetik herstellen. Pflanzenpädagogik verfügt über ein großes Methodenrepertoire, mit dem Pflanzen für jede Alters- und Zielgruppe erlebbar gemacht werden können. Dabei werden nicht nur „grünes“ Wissen vermittelt, sondern auch die Persönlichkeit und sozialen Fähigkeiten des/der einzelnen gestärkt. Damit befähigt die Pflanzenpädagogik Kinder und Jugendliche Zukunft - im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung - positiv zu gestalten. Wie bei der Naturerlebnis-Pädagogik ist auch hier Achtsamkeit das zentrale "Lernziel". Wer gelernt hat gegenüber den schwächsten und schutzlosesten unserer Mitgeschöpfe, den Pflanzen, das rechte Maß zu halten, dem wird dies auch grundsätzlich leichter glücken.

Im Gegensatz zur Naturerlebnis-Pädagogik steht die Pflanzenpädagogik in einer jahrtausendealten Tradition des - auch spirituellen - Pflanzenwissens, die es gilt in die heutige Zeit zu retten.

[]