Warum wir das machen

Melanie Vraux

Als Journalistin habe ich oft über naturpädagogische Projekte geschrieben. Dabei wurde der Wunsch immer größer, endlich selbst hinaus zu gehen und Menschen die Natur näher zu bringen. Für mich ist Natur nicht nur in biologisch-materieller, sondern auch in psychischer Hinsicht lebenswichtig. Sie ist Ruhepol und Kraftquelle, Inspiration und Trost. Berufsbegleitend habe ich deshalb eine Ausbildung zur Naturerlebnis-Pädagogin absolviert, meine Redakteursstelle in München gekündigt und mich 2003 als Naturpädagogin im Rheinland selbstständig gemacht. Mein Ziel ist es, vor allem Stadtkindern zu ihrem Grundrecht auf Natur zu verhelfen. Anfang 2009 bin ich deshalb in meine Wahlheimat Berlin zurückgekehrt, wo ich vor allem im Volkspark Blankenfelde (Botanische Anlage) Naturprojekte für Kinder und Erwachsene anbiete.

Florian Keller

Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohl überlegt leben, es nur mit den wesentlichen Tatsachen des Daseins zu tun haben. Ich wollte sehen, ob ich nicht lernen könnte, was es zu lernen gibt.“ Dieser Ausspruch stammt von dem amerikanischen Naturphilosophen und Schriftsteller H. D. Thoreau und begleitet mich seit vielen Jahren. Tatsächlich war es genau dieser Wunsch, es mit den wesentlichen Tatsachen des Daseins zu tun haben zu wollen, der mich dazu gebracht hat, Forstwissenschaften und Waldökologie zu studieren. Der Wald und alle anderen Naturräume – seien es nun die Berge, Seen, die Meere, ein kleiner Garten oder der Stadtpark nebenan - sind für mich Orte der Freiheit. Nirgendwo spürt man das Leben wahrhaftiger und intensiver als in der Natur. Zudem habe ich gemerkt, dass hier Lern- und Denkprozesse viel leichter ablaufen als in geschlossenen Räumen. Dass dies nicht nur bei mir so ist, sondern auch bei anderen Menschen funktioniert, habe ich bei vielen Walderlebnisführungen im Nationalpark Harz und später als Kanuguide in Mecklenburg-Vorpommern erlebt. Einerseits finde ich es erschreckend,  wie wenig viele Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene von der Natur verstehen, auf der anderen Seite bin ich aber auch jedesmal total begeistert, welch wunderbare Wirkung selbst ein kurzer Aufenthalt in der Natur auf die meisten Menschen ausübt. Wenn ich mit Gruppen in den Wald gehe, möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, der fortschreitenden Naturentfremdung entgegenzuwirken und den Leuten zu zeigen, dass es neben Computer, Mobiltelefon, Fernsehen, Alltagsstress und Einkaufszentren auch noch andere wesentliche Dinge im Leben gibt.

Bernadette Müller-Elmau

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm. Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden und tauscht bei ihnen seine Seele um. Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm. Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.“ (Erich Kästner) Natur ist für mich ein Heilraum, in dem wir uns wieder als geistige Wesen spüren und mit der Schöpfung verbinden können. Es ist schön zu beobachten, dass Kinderseelen in diesen kurzen Momenten mit allen Sinnen in die Natur eintauchen und ganz im Augenblick sind. Vom kindlichen Staunen und der Begeisterung für die kleinen Wunder des Lebens nehme ich jedes Mal auch selbst etwas mit nach Hause.

Sabine Wolf

„Ich ging nur kurz für einen Spaziergang hinaus, und blieb doch draußen, bis die Sonne unterging. Denn hinauszugehen, so fand ich heraus, bedeutet eigentlich, hineinzugehen.“ Das sagte der amerikanische Naturforscher John Muir und ich möchte ihm gerne zustimmen. Ich erlebe Natur als einen Raum, der uns näher bei uns selbst sein lässt – der Blick aufs Wesentliche klärt sich, Wohlbefinden und innere Ruhe kehren ein. Die Japaner sprechen vom „Baden in der Waldluft“. Auf Menschen, die nie einen Zugang zur Natur finden, kann sie langweilig oder bedrohlich oder sogar beides gleichzeitig erscheinen. Ich empfinde das als ein trauriges Verpassen, dem ich meinen Teil entgegensetzen möchte. Selbst tiefe Freude an der Natur zu spüren ist schön, anderen diese Freude zu vermitteln noch schöner. In der Arbeit mit Kindern begeistert mich ihre Begeistertheit – wenn sie entdecken, lauschen und schrecklich stolz auf etwas Selbstgeschnitztes sind, dann fühle auch ich mich bereichert.

Ada Katharina Pöhland

Für mich ist die Natur ein Ort des "Glücks" und des "Entdeckens". Ich freue mich immer wieder, mit Kindern und Jugendlichen die Natur zu entdecken und zu genießen. Ich hoffe, dass ich den Kindern bei meinen Seminaren und Projekten etwas mitgeben kann. Es wäre schön, wenn sie dadurch die Natur mit anderen Augen sehen, ihre Umwelt wertschätzen und die kleinen Wunder entdecken.

Katharina Böhme

Die Natur ist etwas Wunderbares, sie hat und kann so viel. Ich hatte das Glück, als Kind naturnah aufzuwachsen und bin mir heute ihrer Bedeutung bewusst. Ihrer Bedeutung für mich persönlich aber auch ihrer Bedeutung als Erfahrungsraum. Vielen Kindern bleibt diese Möglichkeit der Naturerfahrung heutzutage untersagt. Wenn ich mit Kindern in die Natur gehe, möchte ich ihnen zeigen, dass es Spaß machen kann: sich von ihr beeindrucken zu lassen, sie zu entdecken und den eigenen Geist zu animieren oder zur Ruhe zu kommen. Denn „Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muss sie allein machen“ (Kurt Tucholsky).

Jördis Petschinka

Schon in meiner Ausbildung zur Heilerzieherin habe ich erkennen können, wie bereichernd und befreiend Aufenthalte in der Natur wirken. Ich bin selbst zwischen Wäldern und Wiesen mit größtmöglichem Freiheitspotenzial aufgewachsen und habe mir um diese Wirkung nie Gedanken gemacht. Als ich vor 15 Jahren beschloss, in Berlin zu leben, erst da fehlte mir etwas. Die Natur allein ist unendlich reich. Besinnen wir uns auf das, was wirklich wesentlich ist, dann finden wir es am ehesten in der Natur. Stille, Fluss, Vielfalt, Sein, Werden, Autonomie, Wiederkehr, Loslassen, Leben… gerade mit Kindern in die Natur eintauchen, ihre Unbefangenheit und Neugier erleben, Wissensdurst und Forschergeist spüren, das bereichert mich. Für mich ist Natur die Basis eines jeden Lebens und das möchte ich weitergeben.

Sigune Sachweh

Ich wuchs auf  dem Lande auf, mit Wiesen, Wald, Feldern und einem Bach hinter dem Haus. Hier habe ich für Mutti Blumen gepflückt und mir von ihr erklären lassen, wie sie heissen und welche man essen kann. Und am Bach haben wir Kinder alles Mögliche gespielt. Wir waren glücklich und frei! Dieses Gefühl weiterzugeben bereitet mir große Freude. Die Begeisterung, mit der Kinder die Natur  entdecken, spiegelt sich in ihren glücklichen Augen wider. Das ist stets der beste Lohn für mich! Gerade unsere Stadtkinder sollten die Natur kennenlernen - denn durch sie werden alle Sinne angesprochen. Die Natur ist für mich ein unermesslich großer und unendlich vielfältiger Schatz! 

Wiebke Ecker

Für mich ist die Natur der Lernort schlechthin für Kinder, auch und gerade in schwierigen Lebenslagen. Deshalb arbeite ich seit 6 Jahren als selbstständige Naturerlebnispädagogin. Ich denke, dass Kinder und auch Erwachsene in der Natur viele neue Erfahrungen sammeln können, die sie bereichern. Das Tollste an meiner Arbeit ist, dass ich immer in der Natur sein kann und mitbekomme, wie anregend und positiv sich das auch auf die TeilnehmerInnen meiner Seminare auswirkt. Dabei ist es mir besonders wichtig, dass meine Teilnehmenden positive Erfahrungen sammeln, z.B. durch Erfolgserlebnisse bei Naturkunst-Projekten. Außerdem möchte ich gerne Interesse für die zahlreichen Geheimnisse der Natur wecken. Das gilt auch für die Naturgesetze, die hinter den Naturbeobachtungen stecken. Deshalb führe ich für den Verein Abenteuer lernen e.V. naturwissenschaftliche Experimentierkurse für Kinder durch. Mit meinen eigenen drei Kinder (12 und 5 Jahre) bin ich oft draußen bei Fahrradtouren und Wanderungen. In der Natur finde ich Spannung, Entspannung, Spaß. Ein Leben ohne Natur ist für mich unvorstellbar.

Lotta Domscheit

»Der Raum ist der dritte Pädagoge«, sagte der 1994 verstorbene Begründer der »Reggiopädagogik«, Loris Malaguzzi. Diese Aussage lässt sich gut in den Kontext der Naturerlebnispädagogik stellen. Wald und Natur sind meiner Meinung nach der optimale Erfahrungsraum für alle Arten von Lernen.

Der Lebensraum Wald ist eine hoch differenzierte Lernumgebung- im Wald findet jeder Mensch etwas, das ihn anspricht und in seiner Persönlichkeit weiterbringt. Wer mit Kindergruppen den Wald erforscht, dem wird schnell klar, wie viel Spaß das macht- immer wieder und jeden Tag auf neue!

 

Silke Schütz

„Wer seine Sinne zur reinsten und innigsten Teilnehmung an der Welt erzieht, was wird der am Ende nicht alles gewesen sein.“ (Rainer Maria Rilke)

Seit vielen Jahren bin ich mit unterschiedlichsten Gruppen in der Natur unterwegs. Vor einigen Jahren habe ich in einer Weiterbildung zur Wildnispädagogin meine eigenen Wurzeln noch einmal ganz neu entdeckt, indem ich regelmäßig alleine in den Wald gehe und mich dort mit allem, was mich umgibt, verbinde. Ich glaube, dass Naturverbindung für uns Menschen äußerst wichtig ist und versuche, genau das in Klassenfahrten, Ferienfreizeiten und Fortbildungen zu leben und zu erleben lassen. Und wie anders als durch all unsere Sinne können wir uns mit der Natur verbinden? Viele Kinder blühen auf, sobald sie sich im Wald bewegen dürfen - da geht mir jedes Mal das Herz auf. Ich lebe mit meinem Mann und unseren fünf Kindern im waldreichen Siegerland – und bin täglich auf dem Weg, meine eigenen Sinne und die der Menschen, die mich umgeben, zu erweitern: den Vögeln beim Morgenkonzert zuhören, Matsch fühlen, Kräuter sammeln und schmecken, Regen riechen, Kleinste Tiere entdecken, am Feuer Geschichten erzählen,...

Birgitt Fischer

Für mich ist die  Natur unsere Lebensgrundlage, die Quelle aus der wir schöpfen. In meiner Arbeit als Agraringenieurin habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, daß sowohl Kindern, als auch Erwachsenen das Herz aufgeht, wenn sie z.B. auf einer blühenden Streuobstwiese stehen und dem Summen der Bienen und Hummeln lauschen oder das Spiel der Frühjahrslämmer beobachten. Ich bin selbst in der Eifel aufgewachsen und möchte die Begeisterung für die Natur und den ökologischen Landbau vor allem gerne an Kinder und Jugendliche weitergeben und dabei Spaß und Freude vermitteln. Gerade in der heutigen Zeit vergessen wir sehr oft, wo unsere Wurzen sind. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen die Beziehung zur Natur zu stärken.  Die spielerische Entdeckung, das Erleben mit allen Sinnen fördert ein emotionales Begreifen unserer natürlichen Lebensgrundlage und stärkt die Sozialkompetenz.

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